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#1
Leseprobe:
Evas dickes Problem
Eva saß ganz gemütlich vor ihrem Computer. Alle, sogar Mikesch, waren ausgeflogen. Man hatte also endlich mal seine Ruhe. Diese Zeit wollte Eva nutzen. Da passierte plötzlich das Unglaubliche. Aus heiterem Himmel war der Bildschirm voller Virenmeldungen. Es erschien ein Totenkopf und der Computer machte sich plötzlich selbständig. Das gefiel Eva natürlich gar nicht. Dann erschien eine Meldung: „Zahlen sie 500 Euro, und wir geben den Computer wieder frei“. Eva war einfach nur sprachlos. So eine bodenlose Frechheit hatte sie ja noch nie erlebt. Sicher, dass sie dann wieder an den Computer kam, war natürlich gelogen. Also keine Option.
Somit war eines ganz klar. Eva hatte ein dickes Problem (das konnte, und das wollte sie vor allem Marc auf gar keinen Fall erzählen.) Marc würde sich kaputtlachen und sie war wieder mal die Blamierte. Jetzt war guter Rat teuer. Was sollte sie nun tun, damit es auch wirklich keiner mitbekam? Sie begann hektisch nach einem EDV-Dienst in ihrer Nähe zu suchen. Schnell wurde sie fündig. Vielleicht konnte man ihr ja hier möglichst schnell helfen. Die Leute machten das schließlich beruflich.
Am Telefon klang der Techniker sehr nett. Er versprach sofort einmal vorbeizuschauen. Und das tat er dann auch. Es dauerte nur etwa eine halbe Stunde, und dann klingelte es schon an der Tür. Das war wirklich sehr viel schneller als erwartet. Es stellte sich heraus, dass der Techniker nur zwei Straßen weiter wohnte. Und gerade beim Essen gewesen war. Sofort stürzte er sich auf das Problem. Knurrte und schimpfte etwas. Eva lernte wieder mal völlig neue Ausdrücke. Dann begann er in seiner Tasche nach etwas zu suchen. Es war eine externe Festplatte. Hier hatte er alles, was er brauchte, dabei. Unglaublich! Das Ding war so klein. Aber so hatte er wirklich alles, was er brauchte dabei.
Er lud alles auf den Computer und begann dann, die inzwischen total aufgelöste Eva etwas zu beruhigen. Das war wirklich bitter nötig. Die erzählte ihm von dem schallenden Gelächter, was sie jetzt höchstwahrscheinlich erwarten würde. Die Männer waren da nicht gerade feinfühlig. Der Techniker lächelte nur. Er kannte das selber von zuhause. Er versprach, gleich wieder sang und klanglos zu verschwinden. So dass niemand etwas, von der Patsche, in der Eva sich befunden hatte, erfuhr. Das kam bei ihm öfter mal vor. Das war er schon gewohnt. Darin hatte er Übung.
Eva fand das eine wirklich gute Idee. So blieb ihr wenigstens der Spott der anderen erspart und der Computer war wieder völlig in Ordnung. Niemand würde also etwas von dem Missgeschick bemerken. Dafür war jetzt aber ihr schöner, ruhiger Tag ohne die Anderen komplett drauf  gegangen.
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Autorin: Solveigh Niehaus
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